Spirituosen Experte

Eiswürfel in GlasHinter dem Begriff Spirituosen verbirgt sich eine Welt voller Genuss, die so manch einen in ihren Bann schlägt. Dass sich die Spirituosen von vielen verschiedenen Seiten zeigen, hat mehrere Gründe: Sie werden zum einen in fast allen Ländern der Welt hergestellt, weshalb schon allein der Herkunftsort mit seinen Gegebenheiten sich auf das Ergebnis auswirkt. Damit verbunden ist der zweite Grund für die erstaunliche Vielfalt, denn es bieten sich die unterschiedlichsten Rohstoffe als Basis für das Destillat an. Die eigentliche Herstellungsweise, die Dauer und Art der Lagerung und die Zutaten sorgen ebenfalls dafür, dass es Genießern einfach nie langweilig wird. Dieser Blog bietet allerlei Wissenswertes zu den beliebtesten Spirituosenarten, Marken und Produkten und macht den Leser quasi selbst zum Spirituosen-Experten.

Allgemeines zu Spirituosen

Eis neben GlasWie durch die Einleitung bereits deutlich geworden ist, gleicht eigentlich keine Spirituose der anderen. Dafür ist in erster Linie der Rohstoff verantwortlich, aus welchem das alkoholhaltige Getränk gewonnen wird. Beliebt sind Getreidesorten, die speziell für den Whisky und den Wodka eine wichtige Rolle spielen, aber auch das Basisdestillat für zahlreiche weitere Spirituosensorten wie z. B. Gin liefern. Am häufigsten kommt Gerste zum Einsatz, welche im gemälzten und ungemälzten Zustand für den Whisky aus Schottland und den Whiskey aus Irland unerlässlich ist. Die Amerikaner gewinnen ihren Whiskey wie den Bourbon darüber hinaus aus Roggen, Weizen, Hafer und zunehmend sogar aus weniger üblichen Getreidearten wie Dinkel und Hirse. Mais ist oft Bestandteil der Maische, deren Vergärung bzw. Fermentierung und Destillation zum Alkohol führt. Wodka – wie er in Polen und Russland sowie Teilen Skandinaviens zu Hause ist – wird größtenteils aus Getreide hergestellt, wobei manche Hersteller auf Kartoffeln zurückgreifen. Einen interessanten Gegensatz dazu stellt der Rum dar, welcher auf Zuckerrohr basiert. Direkt aus Zuckerrohrsaft destillierte Varianten, wie sie u. a. auf den ehemaligen französischen Kolonien wie Martinique zu finden sind, werden als Rhum Agricole bezeichnet. Der industriell aus Melasse produzierte Rum ist quantitativ betrachtet der Vorreiter und wird sowohl auf den Inseln der Karibik als auch in den meisten Ländern Süd- und Mittelamerikas seit dem 16. bis 17. Jahrhundert hergestellt. Erstaunlicherweise hat auch Indien den einen oder anderen Rum zu bieten. Deutlich hebt sich von dieser Spirituosengattung das Sortiment an fruchtigen Alkoholsorten ab. Die Obstbrände, die aus Kernobst, Steinobst und Beeren gewonnen werden, sind fast auf der ganzen Welt – überdurchschnittlich in Europa – vorzufinden. Sie setzen auf einen fruchtbetonten, geradlinigen bis edlen Charakter und bringen im Vergleich zu anderen Spirituosen wie z. B. dem Whisky weniger Nuancen mit. Der Brandy, der typisch spanische Sherry aus Andalusien und national bedeutende Spezialitäten wie der Calvados aus Frankreich und der Grappa (Tresterbrand) aus Italien sind mit den Bränden verwandt. Weintrauben darf man auf keinen Fall vergessen, denn ihnen kommt eine spezielle Rolle unter den Früchten zu. Vom Wein einmal abgesehen sind sie für die Gewinnung von Cognac, Armagnac und weitere Weinbrände verantwortlich. Früchte dienen nicht nur als Grundlage für die Destillierung, sondern auch als Zutat zur Aromatisierung des ursprünglich neutralen Alkohols. Sie sind für die Kategorie der Flavoured Spirits – vom Rum über den Wodka bis hin zum Gin – unerlässlich. Der Gin veranschaulicht, wie viele andere pflanzliche Bestandteile sich darüber hinaus für die Spirituosengewinnung eignen. Er muss Wacholderbeeren enthalten und wird daneben mit mindestens einer Handvoll Botanicals angereichert. Bis zu 120 Kräuter, Früchte, Wurzeln, Gewürze, Blumen und andere Pflanzen stehen theoretisch zur Auswahl. In manchen Ländern zieht man weniger bekannte Rohstoffe zurate, um daraus Alkohol zu gewinnen. Man denke nur einmal an den Tequila aus Mexiko, für den man die Blaue Weberagave benötigt, oder an den Arrak aus Asien, für den man Palmwein benötigt. Und dann gibt es noch Spirituosen, die sich von jedem ein bisschen sichern: die Liköre. Vom Kräuterlikör über den Gewürzlikör bis hin zum Fruchtlikör oder Sahnelikör existiert ein breit gefächertes Angebot an Likören aller Geschmacksrichtungen.

Die Herstellung: Auf die Details kommt es an

Im Prinzip greift man bei so gut wie allen Spirituosen auf dieselben Methoden zurück, um Alkohol zu enthalten. Der Rohstoff wird zum Fermentieren gebracht, wobei der Gärvorgang häufig von Hefe unterstützt wird. Durch chemische Vorgänge wird der in der Maische oder Lösung enthaltene Zucker in Alkohol umgewandelt. Ist dieser Prozess abgeschlossen, steht die Destillation an. Manche Spirituosensorten werden zweifach, dreifach oder noch häufiger destilliert. In der Regel gilt, dass mehr Destillationen mit mehr Reinheit und weniger unerwünschten Stoffen verbunden sind, wie es sich beim Wodka beobachten lässt. Eine Filterung mag ebenso zu einem klaren Charakter führen. Nach dem Brennvorgang, für den sich diverse Brennvorrichtungen wie Kupferkessel, Säulen oder Brennblasen eignen, steht in vielen Fällen eine Lagerung an. Sie wird in Fässern aus Holz – bevorzugt Eiche – zugebracht und kann von wenigen Monaten über mehrere Jahrzehnte dauern. Je länger eine Spirituose lagern durfte, desto reifer, eleganter, vielschichtiger und weicher ist sie in der Regel. Das Holz übt einen unnachahmlichen Einfluss auf den Geschmack, das Aroma und die Textur des Alkohols aus, wobei in der Regel eine bernsteinfarbene bis braune oder rötliche Farbe aus der Lagerung resultiert. Ist der Reifeprozess beendet, folgt für gewöhnlich das Herabsetzen des Alkoholgehalts auf eine (vorgeschriebene) Trinkstärke und dann das Abfüllen in Flaschen. Diese groben Fakten zur Spirituosenherstellung sind nur die halbe Wahrheit, denn eigentlich sind es die Detail, auf die es ankommt. Jeder noch so kleinste Faktor wirkt sich auf das Endergebnis aus, wessen sich die Hersteller nur allzu bewusst sind. Zu den Gesichtspunkten, die berücksichtigt werden müssen, gehören u. a. das Klima bzw. die Temperaturverhältnisse, der Zeitpunkt von Ernte, Verarbeitung, Reifelagerung und Abfüllung sowie die Qualität des zum Einsatz kommenden Wassers. Differenziert wird allgemein zwischen Geist (aus im Alkohol mazerierten Früchten) und Brand oder Wasser auf Maische-Basis. Der Alkoholgehalt, angegeben in Volumenprozent, ist oft gesetzlich festgelegt.

Charakterzüge und Verwendung von Spirituosen

EisflascheDas Aroma und der Geschmack einer Spirituose hängen selbstverständlich davon ab, woraus und wie genau sie hergestellt wurde. Des Weiteren spielt die Lagerung und eventuelle Veredlung eine Rolle. Manche Spirituosen sind auf der süßen Seite angesiedelt. Ihr Gegenstück sind die trockenen Produkte. Bittere und würzige bis herbale oder pikante Spirituosenarten gibt es genauso zu entdecken. In vielen Fällen spielt ein fruchtiger Beiklang eine Rolle, während bei anderen Produkten ein blumiger oder grasiger Hauch mitschwingt. Lange gereifte Spirituosen punkten meist mit einem Beiklang von Holz und Vanille. Untertöne von Nuss, Schokolade, Kaffee, Karamell und Getreide sind nicht unüblich. Beim Scotch ist – je nach der Röstung der Gerste – ein rauchiger Zug von Torf bemerkbar, wohingegen andere Spirituosen einen mehr oder weniger ausgeprägten Biss von Alkohol mitbringen. Eben durch jene zahlreichen möglichen Hauptnoten, Kombinationen und individuellen Eindrücke ist erstaunlich viel Abwechslung geboten. Jeder kommt auf seine Kosten, für jeden Anlass findet sich ein passender alkoholischer Begleiter. Das erklärt, warum die Mixgetränke mit Alkoholgehalt so populär und vielseitig einsetzbar sind. Die Longdrinks und Cocktails (manchmal als Shortdrinks geführt) profitieren von einer Basisspirituose und weiteren Zutaten wie dem Filler. Rum, Whisky, Gin und Cognac gehören zu den Klassikern bei den Mixgetränken, wobei kein Weg an den Likören vorbei führt. So gut wie alle Farbrichtungen und Kreationen lassen sich zaubern. Möchte man die Spirituose lieber für sich allein genießen, damit sie ihr volles Potenzial entfalten kann, stehen hierfür ebenfalls mehrere Methoden zur Auswahl. Pur getrunken ist u. a. auf die Trinktemperatur zu achten, welche manchmal bei Raumtemperatur, manchmal aber auch darunter liegt. Auf Eis bzw. „on the rocks“ kommen subtil andere Charaktereigenschaften zum Vorschein. Dasselbe gilt für den Genuss, bei dem mit einem Schuss Wasser verdünnt wird. Es kommt übrigens noch auf die Optik der Ware an, denn eine elegante oder ausgefallene Verpackung oder bestimmte Flaschenform rundet das Gesamtbild ab. Limitiert produzierte Sondereditionen wie Jahrgangsprodukte, Einzelfassabfüllungen oder rare Blends mit besonders langer Reifedauer gelten als Spitzenklasse für Kenner.

Für Wissenswertes und Inspirierendes: Spirituosen Experte

Es wirkt sich positiv auf den Genuss aus, wenn man etwas über die jeweilige Spirituose weiß. Fakten zu den Bestandteilen, der Produktion und der besten Trinkweise sind besonders praktisch. Davon einmal abgesehen ist es auch faszinierend, mehr zu den Herstellern und der Geschichte sowie den Prinzipien einer Destillerie zu erfahren. Bekannte Marken, Geheimtipps voller Potenzial und Neuheiten werden in diesem Spirituosen-Blog beleuchtet, um dem Trinkerlebnis noch mehr Tiefe und Anspruch zu verleihen. Kenner stoßen genauso auf Interessantes wie all jene, die sich im Voraus über eine Kategorie oder ein Produkt ein Bild machen möchten. Von B wie Brandy oder C wie Cognac über G wie Gin oder R wie Rum bis hin zu W wie Whiskey oder Wodka werden die unterschiedlichsten Spirituosen unter die Lupe genommen. Wofür steht eine Spirituose? Woher kommt sie und wer genießt sie am liebsten oder häufigsten? Ist ein Produkt eher zum Mixen oder zum puren Trinken geeignet? Wer ist für den Hochgenuss verantwortlich und wie kommt er zustande? Solche Fragen und viele Themen mehr werden auf Spirituosen-experte.de beleuchtet. Ein Blick in unsere Welt an Artikeln ist wie eine Weltreise von zu Hause aus, bei der Exotik und Historie sich mit dem Alkohol mischen und dazu beitragen, dass man selbst ein schon bekanntes Produkt mit ganz anderen Augen sieht. Fachwissen und Verkostungen, Auszeichnungen und Serviervorschläge gehen Hand in Hand, um die Spirituosen von ihrer besten Seite zu zeigen und dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen.